Estrichkunde

Estrich ist nicht gleich Estrich, aber auch kein Buch mit sieben Siegeln.
Wie in jeder Branche gibt es Fachbegriffe, die nicht jedermann geläufig
sein müssen.
Vielleicht können wir Ihnen mit unserer Estrichkunde einige Anworten
geben auf die Frage…

WAS IST EIGENTLICH …?

Anhydrit-Estrich:
Estrich, dessen Bindemittel aus Calciumsulfat besteht, nicht aus Zement.

Aufheizprotokoll:
Vom Hersteller empfohlene Vorgehensweise beim Aufheizen von Estrichen.

Belegereife:
Soll ein Estrich belegt oder beschichtet werden, muss er auch im unteren
Bereich ausreichend ausgetrocknet sein.
Das Alter eines Estrichs ist kein verlässlicher Maßstab für die Belegereife.
Folgegewerke müssen den genauen Feuchtigkeitsgehalt durch Messung bestimmen.

Beschichtung:
In der Regel ist hierunter eine Beschichtung mit einem Reaktionsharz zu
verstehen. Gemäß der DIN 18353 muss die Schichtdicke mindestens 0,5 mm
betragen. Dickere Beschichtungen mit 2 – 6 mm werden häufig als „Beläge“
bezeichnet.

Bindemittel:
Komponente im Estrich, welche mit einem Zuschlag (in der Regel Sand/Kies)
eventuell unter Beimengung weiterer Komponenten, die Estrichmasse bildet
und dieser Festigkeit verleiht. Estriche können nach den entsprechenden
Bindemittelarten unterschieden werden (Magnesiaestrich, Calciumsulfat-
estrich, Gussasphaltestrich und Zementestrich).

Blastrac-Kugelstrahlen:
Bearbeitung z. B. einer Bodenplatte mit Hilfe eines Gerätes, welches
Stahlkugeln mit hoher Frequenz gegen die Plattenoberfläche schleudert.
Auf diese Weise entsteht ein gewisser Oberflächenabtrag (notwendig
als Untergrundvorbereitung bei Verbundestrichen).

CM-Messung:
Es handelt sich um das für Handwerksbetriebe übliche und anerkannte
Messverfahren zur Bestimmung des Feuchtigkeitsgehaltes von Baustoffen in CM-Prozent.

Dämmung:
Materialien, die innerhalb der Fußbodenkonstruktion zur Schall- und
Wärmedämmung eingesetzt werden.

DiaPerl:
Leichter und schnelltrocknender Höhenausgleich im Alt- und Neubau.

Distanzfräsen:
Wie Fräsen, jedoch mittels Straßenfräse bis zu einer Dicke von 50 mm.

Dünnschichtiger Estrich:
Estrich mit speziellem Zusatzmittel, um die
erforderliche Einbaudicke auf ein Minimum von 35 mm bei schwimmenden
Estrichen zu ermöglichen.

Fließestrich:
Estrich, der ohne nennenswerte Verteilung und Verdichtung eingebracht
werden kann.

Fräsen:
Meist mit Starkstrom betriebenes technisches Hilfsmittel zur Bearbeitung
z. B. von Bodenplatten oder Estrichen.
Dabei wird das Korn mit Hilfe von auf einer Rolle platzierten Metallzähnen
angeschlagen und dabei eine gewisse Materialmenge abgetragen.

Glätten:
Die DIN 18353 verlangt streng genommen nur ein „Zureiben“ der
Estrichoberfläche. Trotzdem hat es sich in den letzten Jahren weitgehend
durchgesetzt, die Oberfläche bei konventionellen Calciumsulfat- und Zementestrichen
mittels einer Tellerglättmaschine zu komprimieren und dann in einem zweiten Gang mit der Glättkelle zu glätten.

Haftbrücke:
Schicht zur Verbesserung des Verbundes z. B. zwischen Estrichen und
dem tragenden Untergrund.
Flüssiges Material, das alleine oder als Mörtel mit Bindemittel vermischt als Haftbrücke
verwendet und in einer dünnen Schicht aufgebracht wird, um den Verbund des Estrichs mit dem Untergrund zu verbessern.

Heizestrich:
Estrich mit integrierter Fußbodenheizung. Bindemittel, die für Heizestriche
in Frage kommen, sind in erster Linie Zement und Calciumsulfat, außerdem
sind auch Konstruktionen mit Gussasphalt möglich.

Hochdruckreinigen:
Reinigungsverfahren, bei dem Wasser mit einem gewissen Druck auf die Estrichoberfläche
aufgebracht wird, um z. B. den Schleifstaub aus den
Fußbodenporen zu waschen. Das mit Staub angereicherte Wasser muss
in der Folge abgesaugt werden.

Imprägnierung:
Behandlung eines tragenden Untergrundes oder Estrichs durch Auftrag
eines flüssigen Produktes, das in die Poren eindringen soll, ohne eine
deckende Schicht an der Oberfläche zu bilden.

Kugelstrahlen:
Siehe Blastrac-Kugelstrahlen.

Kunstharzestrich:
Mörtel mit synthetischem Reaktionsharz als Bindemittel, der durch eine
chemische Reaktion des Reaktionsharzes aus einem flüssigen oder
glättbaren Gemisch auf der Baustelle zu einer festen Schicht wird.

Monolithischer Betonboden:
Betonplatten, die häufig in Produktionshallen erdgeschossig auf eine Sauberkeitsschicht
bzw. auf den gut verdichteten Untergrund aufgebracht werden. Sie liegen üblicherweise auf einer zweischichtigen Trennlage und können sich frei bewegen, da an aufgehenden Bauteilen
Randstreifen angebracht werden. Am Tag nach Einbringen des Betons
werden üblicherweise Scheinfugen geschnitten.

Randstreifen:
Flexibler Dämmstoff, der zwischen dem Estrich und den angrenzenden
Bauteilen angeordnet wird.

Schwimmender Estrich:
Estrich, der auf einer schall- und/oder wärmedämmenden Schicht verlegt
wird und vollständig von allen angrenzenden Bauteilen (z. B. Wände,
Stützen, Pfeiler, Rohre, etc.) getrennt ist.

Styropor-Leichtbeton/Leichtestrich:
Estrich/Beton mit einer Trockenrohdichte nach 28 Tagen von unter
1.400 kg/cbm. Er wird verwendet, um Unebenheiten des tragenden
Untergrundes auszugleichen oder Rohrzwischenbereiche zu füllen.
Er kann auch zur Erreichung einer bestimmten Höhenlage dienen.

Trennschicht:
Schicht, die einen Verbund zwischen Estrich und tragendem Untergrund
verhindert oder Materialien wie Abdichtungen etc. schützt. Einen Estrich,
der direkt auf zwei Lagen PE-Folie ohne weitere Dämmsicht auf einer
Rohbetonplatte eingebaut wird, nennt man „Estrich auf Trennlage“.

Turbo 4, 10 und 16:
Abbindebeschleuniger/Austrocknungsbeschleuniger für schnelle
Belegereife (nach 4 Tagen, 10 Tagen oder 16 Tagen).

Verbundestrich:
Estrich, der mit dem tragenden Untergrund fest verbunden ist.

Versiegelung:
Oberflächenvergütende Maßnahme, die sowohl bei Estrichen wie auch bei Oberbelägen
eingesetzt wird. Auf Estrichen hat sie üblicherweise eine Schichtdicke von 0,1 mm bis 0,3 mm und kommt oft zur Ausführung im Bereich von Technikräumen, Kellerräumen, etc. Bei Parkett hat sie unter anderem auch den Sinn, den Belag gegenüber Einflüssen aus Raumfeuchte
unempfindlicher zu machen.

Wasserhaushaltsgesetz:
Die Berechtigung zum Erstellen von Tankstellenböden und Anlagen mit wassergefährdenden Stoffen nach § 19 WHG muß einem Unternehmen
vom TÜV ausdrücklich erteilt werden.

Zementestrich:
Estrich, dessen Bindemittel aus Zement besteht.