Rechtssprechung

Schadenersatz:

Wird bei einem Wasserschaden das komplette Bad neu gefliest?
Nein, nur beschädigte Fliesen werden ausgetauscht.

Dazu gibt es folgende Rechtsprechung: „Werden die Fliesen im Badezimmer eines Wohnungsbesitzers durch einen Wasserschaden in den darüber liegenden Räumen in Mitleidenschaft gezogen, so muss der Verursacher Schadenersatz leisten.
Allerdings darf das Bad nicht auf dessen Kosten komplett neu gefliest, sondern nur die tatsächlich beschädigten Fliesen ersetzt werden.

Das gilt auch dann, wenn die neuen Fliesen trotz gleichen Typs eine nicht völlig identische Farbe und Marmorierung aufweisen. Für diesen Mangel muss der Verursacher jedoch zusätzlich einen Wertausgleich leisten. Landgericht München, 1 T 14345/04“

 

Feuchtigkeitsschäden beim Hausverkauf

Bei Abschluss eines Kaufvertrags über ein Grundstück wird im Allgemeinen ein Haftungsausschluss für den Verkäufer vereinbart, der ihn vor einer späteren Inanspruchnahme durch den Käufer schützen soll. Der Verkäufer kann sich auf einen vertraglichen
Haftungsausschluss allerdings dann nicht berufen, wenn er den Mangel arglistig verschwiegen hat.

Eine Haftung wegen arglistigen Verschweigens eines Mangels setzt voraus, dass der Verkäufer einen Fehler der Verkaufssache trotz bestehender Offenbarungspflicht verschwiegen hat und dass der Fehler bei Abschluss des Vertrages bekannt war oder er ihn zumindest
für möglich hielt und billigend in Kauf nahm, dass dem Käufer dieser Fehler nicht bekannt war und er bei Offenbarung den Kaufvertrag nicht oder nicht mit dem vereinbarten Inhalt abgeschlossen hätte.

Eine Aufklärungspflicht besteht über besonders wichtige Umstände, die für die Willensentscheidung des anderen offensichtlich von ausschlaggebender Bedeutung sind; diese müssen auch ungefragt offenbart werden. Über Feuchtigkeit in den Kellerräumen muss nach
allgemeiner Auffassung beim Kauf eines Hauses aufgeklärt werden, ebenso über erhebliche Feuchtigkeitsschäden auch nach einem Sanierungsversuch, wenn dessen Erfolg zweifelhaft ist. Bei Feuchtigkeit im Keller handelt es sich um einen Umstand, der für jeden Käufer eines Hauses beim Kaufentschluss von erheblicher Bedeutung ist. Erst recht ist es für den Verkäufer nachteilig, wenn nach Feuchtigkeitsschäden gefragt wird, sie aber nicht zugegeben werden.

Es ist allerdings Sache des Käufers zu beweisen, dass dem Verkäufer die Feuchtigkeitsschäden bekannt waren oder er deren Vorhandensein für möglich hielt.

Zu diesem Ergebnis ist das Kammergericht im Urteil vom 20.6.2005 – 8 U 220/04 gekommen.

EBEN- EINFACH- BESSER !